Stippangeln

 

 

 

Hier handelt es sich um eine französische Methode, die sich ursprünglich in der Gegend um die 

Stadt Roubaix entwickelt hat. Manchmal wird von der betreffenden Rute immer noch als 

"Roubaisienne" gesprochen. Normalerweise bezeichnet man sie als Kopfrute oder Stippe. 

Heutzutage praktizieren zahlreiche Angler in allen Ländern das Stippen, denn nicht nur der 

Wettkampfangler, sondern auch der Neuling findet den direkten Kontakt mit dem Fisch, den er 

mit dieser ring- und rollenlosen Rute mit Schnurbefestigung an der Spitze bekommt, besonders 

spannend. Die klassischen Beutefische des Stippanglers sind Karpfen, Karausche, Döbel

Rotfeder  und Nase.

 

Auch große Seeforellen sind auf diese Weise schon gefangen worden. Diese Methode stellt die 

Lösung des Problems dar, das sich ergibt, wenn man in stehenden Gewässern bei starkem Wind 

mit leichtem Gerät angeln will. Der große Vorteil dieser Technik ist, dass sich die Reaktionszeit 

für den Anhieb praktisch auf Null reduziert. Bei allen anderen Techniken gehen wertvolle 

Sekundenbruchteile verloren, denn die Bissanzeige kommt durch den Umweg über Ringe und 

Rolle etwas später, und bis der Ruck aus dem Handgelenk des Anglers über denselben Umweg 

am Maul ankommt, hat der Fisch nur allzu oft Zeit, den Köder auszuspeien. Bei der Stipprute ist 

der Weg von der Rutenspitze zum Schwimmer kürzer, und wenn der Angler die Rute nur leicht 

anhebt, geht diese Bewegung praktisch ungebremst  und unverzögert auf den Haken über.

Außerdem ist die Stipprute oder Stippe ein leichtes Instrument, mit dem durchaus auch kapitale 

Beute gelandet werden kann. Dieses Kunststück gelingt durch einen hochelastischen Gummizug, 

der zwischen Rutenspitze und Schnur gesetzt wird. So kann man es auch mit Gegnern  

aufnehmen, gegen die man beispielsweise mit einer leichten Teleskoprute nicht ankäme. 

Wettkampfruten haben im Kopfteil einen eingebauten Gummizug, der ebenfalls diese Aufgabe 

erfüllt. Der direkte Kontakt zum Fisch und die Tatsache, dass immer an exakt derselben Stelle 

geangelt wird, machen das Stippen zu einer äußerst produktiven Angelmethode, die auch dem 

Neuling keine Schwierigkeiten bereitet, sobald er einmal in die Grundbegriffe eingeweiht ist.